Hochleistungsdämmstoff Stroh: 100 Jahre bewährt

Mit Stroh und Holz lassen sich auf einfache Weise moderne, langlebige, sichere und vor allem umweltschonende Gebäude erstellen. Stroh wird hierbei als ausfachender Wärmedämmstoff vor allem zwischen Holzständern eingesetzt, innen mit Lehm, außen mit Kalk verputzt und fertig ist die Wand. Die ersten strohgedämmten Gebäude wurden ca. 1880 in Nebraska errichtet. Schon vor hundert Jahren erreichten diese Wände den Passivhausstandard.

Dämmung mit Stroh
Dämmung mit Stroh
Dämmung mit Stroh
Strohballen – Bausteine der Zukunft

Strohballen fallen bei der jährlichen Ernte unseres Getreides nebenbei mit an. Ein Baustoff genug für alle Häuser in Deutschland ist einfach schon da!

Die Statik strohgedämmter Häuser übernimmt eine Holzkonstruktion. Wenn’s sein soll auch bis zu fünfgeschossig. Für optimalen Brandschutz sorgen die nichtbrennbaren, mineralischen Bekleidungen.

Langlebig und sicher

Wenn strohgedämmte Bauteile fachgerecht erstellt sind- dabei kommt es auf Lückenlosigkeit und eine gute Bekleidung an – können ihnen weder Feuer, Viecher, Feuchte etwas anhaben.

Klimaschutz: viel und sofort

Mit strohgedämmten Holzbauteilen kann das pflanzlich gespeicherte CO2 über einen langen Zeitraum der Atmosphäre entzogen und auf diese Weise mit der Herstellung eines Hauses aktiver Klimaschutz betrieben werden. Im Vergleich zum Bau eines herkömmlichen Einfamilienhauses wird mehr CO2 eingespart, als ein durchschnittlicher Bundesbürger in seinem ganzen Leben durch Autofahren emittiert.

Treibhausbilanz der Herstellungsphase
Treibhausbilanz der Herstellungsphase. (Quelle: D. Scharmer)
Doppelt Energiesparen

Strohgedämmte Holzbauteile verringern durch ihre gute Dämmwirkung den Heizenergiebedarf auf ein Minimum, selbst der anspruchsvolle Passivhausstandard ist kein Problem. Zusätzlich zum Heizenergiebedarf verringert sich aber vor allem auch der Energiebedarf für die Herstellung.

Herstellung Dämmstoffe: Primärenergiebedarf, nicht erneuerbar
Herstellung Dämmstoffe: Primärenergiebedarf, nicht erneuerbar. (Quelle: D. Scharmer)
Herstellen und beheizen

Ein Einfamilienhaus aus Stroh, Holz, Lehm und Kalk mit einem maximalen Anteil an nachwachsenden Rohstoffen benötigt für seine Herstellung etwa nur halb so viel nicht erneuerbare Primärenergie wie ein herkömmlich erstelltes Einfamilienhaus.

Herstellung Einfamilienhaus verschiedene Bauweisen: Primärenergie, nicht erneuerbar
Herstellung Einfamilienhaus verschiedene Bauweisen: Primärenergie, nicht erneuerbar. (Quelle: D. Scharmer)

Mit der eingesparten Energiemenge kann das Gebäude über 100 Jahre mit Holz beheizt werden.

Vom Wissen zum Handeln

So wie wir Europäer im Moment leben, würden wir auf Dauer 2 – 4 Erden verbrauchen- das wissen wir. Der Bereich Bauen und Wohnen hat dabei einen besonders großen Anteil in Bezug auf schädliche Umweltwirkungen und Ressourcenverbrauch.

Nachhaltiger Lebensstil

Immer mehr Menschen entscheiden sich für einen nachhaltigen Lebensstil. Die Herausforderung besteht darin, unser heutiges Interesse ein schönes, behagliches, bezahlbares Zuhause zu bekommen, nicht zum Nachteil nachfolgender Generationen oder anderer Menschen auf der Erde zu befriedigen. Ein Haus aus Stroh, Holz und Lehm ist maximal modern und behaglich, entlastet das Klima anstatt es zu belasten und verbraucht nur einen Bruchteil an Ressourcen gegenüber herkömmlichen Lösungen.

Mit Stroh bauen

Immer mehr Unternehmen bieten die Bauweise in ganz Deutschland an. Der Norden spielt hierbei sogar eine Vorreiterrolle: Verden an der Aller mit dem weltweit ersten fünfgeschossigen, strohgedämmten Bürogebäude. Das Ökodorf Sieben Linden nördlich von Magdeburg mit einer in Deutschland einzigartigen Ansammlung von bis zu dreigeschossigen, strohgedämmten Mehrfamilienhäusern.

Der Bauablauf

Auf eine solide Gründung aus Betonstreifenfundamenten werden die Außenwände als Rahmen aus wanddicken Bohlen gestellt, dann folgen eine Holzbalkendecke und schließlich die Außenwände im Dachgeschoss. Als letztes folgt das Dach. Nun ist alles bereit für das Richtfest, bei dem Nachbarn und Freunde neugierig staunen werden.


Der Stroheinbau

Wenn das Dach dicht ist, werden trockenen Fußes die Strohballen, die zuvor von der Baustroh GmbH als anerkannter Dämmstoff gemäß DIBt-Zulassung ausgewiesen wurden, eingebaut.

Anschließend werden die Ballenschnüre herausgenommen, zurück bleibt ein dicht gepresstes, lückenloses Gefach aus purem Stroh, bereit für die weitere Verkleidung.


Verputzen mit Lehm bzw. Kalkmörtel

Die Wandinnenseiten werden in drei Arbeitsgängen mit Lehmmörtel verputzt- so entsteht eine ansprechende, luftdichte Innenverkleidung, die gutes Raumklima fördert. In den Lehmputz können auch Wandheizungsrohre integriert werden.

Die Wandaußenseiten werden entweder mit Kalkmörtel verputzt und einer Fassadenfarbe beschichtet oder können ebenfalls mit Lehm verputzt werden, wenn zusätzlich eine Wetterschale angeordnet wird.

Im weiteren Verlauf werden noch Fenster und Türen eingebaut, das Dach gedämmt und verkleidet, der Erdgeschossboden gedämmt, die Decke mit Trittschallschutz ausgerüstet und die Fußböden verlegt. Die Installation der Haustechnik erfolgt weitestgehend wie in anderen Gebäuden auch, wobei natürlich ein Schwerpunkt auf umweltschonende Techniken, wie Solarkollektoren und Holzheizungen gelegt wird.

Von der Idee zum Haus

Am Anfang stehen die Idee und der Wunsch bzw. die Notwendigkeit ein begrenztes Budget klug und nachhaltig einzusetzen: Wieviel Haus bekomme ich für mein Geld bzw. wieviel Geld brauche ich für meine Ideen? Um hier die richtigen Abwägungen zu treffen, empfiehlt sich frühzeitige, fachkundige Unterstützung. Wir raten Ihnen dazu, einen bewährten Planer mit einer Vorplanung einschließlich Kostenschätzung zu beauftragen. Wenn das passt, dann kann es losgehen.

Gerne empfehlen wir Ihnen sachkundige Architekten aus unserem ÖkoPlus-Netzwerk.

Fassade von innen
Fassade von außen
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